Neil Armstrongs Omega erzielt 2,1 Millionen Dollar bei Auktion
Eine goldene Speedmaster mit Mondprovenienz erzielt einen Spitzenpreis bei RR Auction
Eine Omega Speedmaster, einst im Besitz von Neil Armstrong – dem ersten Menschen, der den Mond betrat – hat bei einer Auktion bemerkenswerte 2,1 Millionen Dollar erzielt. Die über das in Boston ansässige Auktionshaus RR Auction verkaufte Uhr weckte großes Interesse bei Sammlern weltweit und markierte den ersten öffentlichen Auftritt von Armstrongs persönlicher Omega.
Die Uhr war Teil der limitierten Serie „Tribute to Astronauts“ aus dem Jahr 1969 – eine Auflage von 28 Gedenk-Chronographen, die Omega den NASA-Astronauten überreichte, die an den Mercury-, Gemini- und Apollo-Programmen beteiligt waren. Diese Uhren wurden während eines formellen Banketts am 25. November 1969 im Warwick Hotel in Houston, kurz nach der triumphalen Rückkehr von Apollo 11, verliehen.
Während die Nummer „1“ der Serie dem US-Präsidenten Richard Nixon angeboten wurde (der aufgrund von Ethikvorschriften ablehnte), wurden die restlichen Uhren den Astronauten nach Dienstalter zugewiesen. Armstrong erhielt als Apollo-11-Kommandant die Nummer 17 – die nun als das versteigerte Exemplar bestätigt wurde.
Design und Details: Eine goldene Speedmaster eines Astronauten
Die „Tribute to Astronauts“ Speedmasters wurden aus massivem 18-Karat-Gelbgold gefertigt – eine Abweichung vom Standardmodell Professional aus Edelstahl, das während der Missionen getragen wurde. Armstrongs Exemplar verfügt über ein goldenes Zifferblatt mit der Markierung „OM“ (Or Massif), was auf eine Massivgoldkonstruktion hinweist. Die Onyx-besetzten Stundenmarkierungen, die burgunderrote Aluminium-Lünetteneinlage und die Tachymeterskala „Punkt über 90“ verorten sie fest in der goldenen Ära der Speedmaster-Produktion.
Der Gehäuseboden trägt eine einzigartige Gravur mit Armstrongs Namen und Missionsgeschichte – „Gemini 8 – Apollo 11“ – sowie eine gemeinsame Inschrift, die auf allen Uhren der Serie zu finden ist:
„To mark man’s conquest of space with time, through time, on time.“ (Um die Eroberung des Weltraums durch den Menschen mit der Zeit, durch die Zeit, pünktlich zu kennzeichnen.)
Diese poetische Formulierung wurde von Omega verfasst, um die Rolle der Speedmaster in der Raumfahrt zu würdigen – eine Anspielung auf sowohl mechanische Präzision als auch menschliches Streben.
Omega und der Mond: Eine im Weltraum geschmiedete Legende
Die Speedmaster wurde 1965 von der NASA als offizieller Chronograph für bemannte Raumflüge ausgewählt, nachdem sie umfangreiche Umwelt- und Leistungstests gegen Konkurrenten von Rolex, Longines-Wittnauer und Hamilton bestanden hatte. Sie war die erste Uhr, die auf dem Mond getragen wurde, als Buzz Aldrin am 21. Juli 1969 die Mondoberfläche betrat – Armstrong hatte seine eigene Speedmaster wegen eines defekten Missionszeitgebers im Landemodul gelassen.
Die goldene „Tribute“-Edition von 1969 wurde nicht für den Einzelhandel, sondern als symbolische Geste geschaffen. Eine kommerzielle Variante – Referenz BA145.022 – wurde jedoch später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wobei zwischen 1969 und 1973 insgesamt 1.014 Einheiten produziert wurden. Diese öffentlichen Versionen waren zwar optisch ähnlich, hatten jedoch keine personalisierten Gravuren und unterschiedliche Gehäuseboden-Texte. Heute sind beide Varianten sehr begehrt.
Provenienz trifft auf Seltenheit
Obwohl in den letzten Jahren mehrere von Astronauten getragene Uhren versteigert wurden, tragen nur wenige die persönliche Provenienz von Armstrongs goldener Speedmaster – insbesondere eine, die noch nie zuvor auf dem Sekundärmarkt zu sehen war. Vergleichbare Ergebnisse sind der Verkauf von Walter Schirras goldener Speedmaster im Jahr 2022 bei RR Auction für knapp 2 Millionen Dollar.
Dieses jüngste Ergebnis platziert Armstrongs Uhr unter den wertvollsten jemals verkauften Omegas, nur übertroffen von einer Platin Speedmaster Professional mit Kaliber 321, die 2021 in Genf für 3,1 Millionen CHF versteigert wurde – obwohl diese Uhr nicht im Besitz eines Astronauten war.
Ein geteiltes Erbe
Im Einklang mit den langjährigen Wohltätigkeitsbemühungen der Familie Armstrong wird die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf Organisationen zugutekommen, die von Neil Armstrongs Sohn, Mark Armstrong, ausgewählt wurden. Der Astronaut starb 2012, aber sein Erbe – sowohl als Entdecker als auch als Symbol für friedliche Errungenschaften im Weltraum – inspiriert weiterhin Generationen.
Zeit, Raum und anhaltende Attraktivität
Für Omega bleibt die Speedmaster eine wegweisende Errungenschaft. Sie gehört immer noch zur genehmigten Ausrüstungsliste der NASA und ist seit Gemini IV bei jeder bemannten Mission geflogen. Ihr zeitloses Design und ihre bewährte Widerstandsfähigkeit haben sie zu einer Säule der modernen Toolwatch-Fertigung gemacht – eine der wenigen Uhren mit legitimen Anspruch auf den Titel „Ikone“.
Armstrongs goldene Speedmaster gehört nun zu einer ausgewählten Gruppe von Zeitmessern, deren Wert nicht nur in Materialien oder Mechanik liegt, sondern in ihrem Platz innerhalb der Geschichte des menschlichen Fortschritts. Für ihren neuen Besitzer spiegelt der Preis von 2,1 Millionen Dollar nicht nur eine seltene Anschaffung wider, sondern eine tiefe Verbindung zu dem Moment, als die Menschheit zum ersten Mal ihre Fußspuren auf einer anderen Welt hinterließ.
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