Konstantin Chaykins „Thinking of the Time’s Birth“ für 53.340 CHF verkauft
Philosophisches Selbstporträt übertrifft bei weitem die Schätzung bei der Phillips Genfer Uhrenauktion
Bei der Genfer Uhrenauktion von Phillips am 10. und 11. Mai erzielte das Selbstporträt des russischen unabhängigen Uhrmachers Konstantin Chaykin, Thinking of the Time’s Birth, CHF 53.340 (ca. 63.200 USD). Das Werk – ursprünglich auf CHF 2.000–4.000 geschätzt – wurde für etwa das 26-fache seines niedrigen Schätzwertes verkauft, was es zu einem der bemerkenswertesten Lose der Auktion machte.
Chaykins uhrmacherische Reise
Konstantin Chaykin gründete sein gleichnamiges Atelier 2003 in Sankt Petersburg, nachdem er sein Studium der Elektrotechnik an der Staatlichen Technischen Universität Moskau abgeschlossen hatte. Internationale Anerkennung erlangte er mit Kreationen wie der Uhr Lunokhod und der Armbanduhr Joker, die 2017 debütierte und eine Reihe spielerischer, von der Astronomie inspirierter Komplikationen auf den Markt brachte. Chaykin wurde 2010 in die Académie Horlogère des Créateurs Indépendants gewählt und hat mehrere Auszeichnungen des Grand Prix d’Horlogerie de Genève erhalten, darunter den Preis für Mechanical Exception.
Eine Fusion aus Kunst und Handwerk
Thinking of the Time’s Birth zeigt den Uhrmacher an seiner Werkbank, wobei die Tischplatte in eine himmlische Weite übergeht. Sonne, Mond und Sterne erscheinen als Zahnräder und symbolisieren den vierten Schöpfungstag, an dem die Himmelskörper am Firmament platziert wurden. Ein Komet, dargestellt als Uhrenbrücke mit einem winzigen Zahnrad, erinnert an Albrecht Dürers Melencolia I und verstärkt die Verbindung zwischen Mechanik und Metaphysik. Die Komposition spielt auf William Paleys Design-Argument an: Die Komplexität eines Mechanismus impliziert einen Meisterdesigner.
Auktionskontext
Die Zeichnung wurde zusammen mit 143 uhrmacherischen Losen in Phillips’ Geneva Watch Auction: XII angeboten, die Vintage-Größen wie Patek Philippe und seltene unabhängige Uhrmacher wie F.P. Journe umfasste. Der gesamte Auktionserlös belief sich auf fast 20 Millionen CHF, wobei Sammler ein wachsendes Interesse an Stücken zeigten, die technische Meisterschaft mit künstlerischem Ausdruck verbinden.
Bedeutung des Ergebnisses
Chaykins Verkauf unterstreicht die wachsende Nachfrage nach Arbeiten auf Papier von führenden Uhrmachern. Der erzielte Preis für Thinking of the Time’s Birth übertrifft die meisten Schätzungen für uhrmacherische Kunstwerke und spiegelt Chaykins Ansehen in der Gemeinschaft der unabhängigen Uhrmacher wider. Seine Zeichnung gehört nun zu den höchstbewerteten technischen Skizzen, die jemals auf einer Auktion angeboten wurden.
Dieser erweiterte Bericht integriert Chaykins Biografie, den breiteren Auktionsrahmen und die Stellung des Werkes sowohl in der Uhrmacherei als auch in der Kunst, alles aus öffentlich überprüfbaren Quellen.
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