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Verborgen Geschichte: Ein neues Buch schreibt die Geschichte der Damenuhren neu

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In einer Verlagslandschaft, die lange von Monografien über Chronographen, Fliegeruhren und übergroße Toolwatches dominiert wurde, kommt The Wonderful World of Women’s Watches: Beauty Beyond Time (Die wunderbare Welt der Damenuhren: Schönheit jenseits der Zeit) als eine längst überfällige Korrektur daher. Das von Rhonda Riche, Editor-at-Large bei Watchonista, verfasste und vom deutschen Kunstbuchspezialisten teNeues verlegte Werk ist eines der umfassendsten, das jemals der Rolle von Damenuhren in der Uhrmachergeschichte gewidmet wurde.

Die 256 Seiten umfassende Coffee-Table-Edition kombiniert aufwendige Fotografien mit Archivrecherchen und bietet nicht nur eine Retrospektive ikonischer Modelle, sondern auch eine Erkundung der Frauen, die sie trugen, entwarfen, sammelten und konstruierten. Angesichts eines wachsenden Marktes für Vintage-„Damenuhren“ und einer steigenden Anzahl von Frauen in Führungspositionen und kreativen Rollen bei großen Marken kommt das Buch in einem Moment der Neubesinnung – und Erneuerung – für das Geschlechterverhältnis in der Uhrmacherei.

New Book Rewrites the Narrative of Women’s Watches

Ein vernachlässigtes Kapitel der Uhrmachergeschichte

Während Herrenuhren – insbesondere solche, die mit Luftfahrt, Motorsport und militärischem Einsatz in Verbindung gebracht werden – ausführlich dokumentiert wurden, wurden Damenuhren oft übersehen oder in den Bereich des Schmucks verbannt. Dabei wurden die ersten Armbanduhren tatsächlich für Frauen entworfen. Bereits 1810 schuf Abraham-Louis Breguet eine Uhr für Königin Caroline Murat von Neapel, die Schwester Napoleons und eine Mäzenin der Künste. Diese Uhr, die oft als die erste Armbanduhr der Welt bezeichnet wird, ging der Herrenarmbanduhr um Jahrzehnte voraus.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwarfen Manufakturen wie Cartier, Jaeger-LeCoultre und Omega Zeitmesser für Frauen, die nicht einfach verkleinerte Versionen von Herrenmodellen waren, sondern Ausdruck technischer Finesse in Miniaturformaten. Viele dieser Uhren beherbergten komplexe Kaliber, darunter Minutenrepetitionen und Kalenderkomplikationen, in Gehäusen, die als Broschen, Armbänder oder in Medaillons versteckt getragen werden konnten.

Riches Buch zeichnet diese übersehene Linie nach und zeigt, wie die Konvergenz von Haute Joaillerie und Horlogerie die Ästhetik von Marken wie Van Cleef & Arpels, Piaget und Bulgari in der Mitte des Jahrhunderts mitbestimmte. Besonders in den 1950er- und 1960er-Jahren, als Dresswatches für Frauen einen Höhepunkt stilistischer Experimentierfreude erreichten, arbeiteten Marken oft mit Goldschmieden und Edelsteinfassern zusammen, um hybride Kunstwerke zum Tragen zu schaffen.

Frauen hinter der Werkbank

Neben der Vorstellung ikonischer Modelle rückt das Buch auch die Frauen ins Rampenlicht, die die Branche mitgestaltet haben – viele von ihnen sind in den Schatten der Geschichte geblieben.

Dazu gehört Carol Didisheim, die Schweizer Industriedesignerin, die für das bahnbrechende Redesign der Omega Constellation im Jahr 1982 verantwortlich war, die später den Spitznamen „Manhattan“ erhielt. Obwohl oft fälschlicherweise Gérald Genta zugeschrieben, waren die integrierte Gehäuse- und Armbandarchitektur der Uhr und ihre heute berühmten „Krallen“ (oder „Griffes“) Didisheims Innovationen. Das Design belebte nicht nur die Constellation-Linie neu, sondern leitete auch eine neue Ära der Unisex-Luxus-Sportuhren ein.

Das Buch verweist auch auf Nathalie Marielloni, die derzeitige Heritage- und Patrimony-Direktorin bei Audemars Piguet, deren wissenschaftliche Arbeit über die frühen komplizierten Uhren der Marke deren Historiographie neu ausgerichtet hat. Ebenso wird die Arbeit von Carole Forestier-Kasapi hervorgehoben, deren wegweisendes Uhrwerksdesign für Cartier und jetzt TAG Heuer ihr den inoffiziellen Titel „einflussreichste Frau in der modernen Uhrmacherei“ eingebracht hat.

Sammeltrends und Marktverschiebungen

In den letzten Jahren haben Sammler zunehmend kleiner dimensionierte, traditionell feminine Designs angenommen. Auktionshäuser wie Phillips und Sotheby’s haben starke Ergebnisse für Vintage-Damenuhren gemeldet, insbesondere für solche aus Cartiers „Les Must“-Ära, Piagets Schmuckuhren mit Steinzifferblatt und geformten Gehäusen aus der Art-déco-Periode.

Diese Verschiebung spiegelt breitere Branchentrends hin zu geschlechtsneutralem Design und mittelgroßen Formaten wider. Da viele Sammler veraltete Größennormen ablehnen, finden Referenzen zwischen 28 mm und 36 mm – einst streng als Damengebiet betrachtet – nun ein neues geschlechtsübergreifendes Publikum. Darüber hinaus erfreuen sich historisch weiblich assoziierte Modelle wie die Rolex Lady-Datejust, Chopard Happy Diamonds und Patek Philippe Golden Ellipse einer erneuten Sichtbarkeit.

Das Buch weist auch auf die jüngste Neuauflage von Frauenklassikern als Beweis für eine Neubewertung hin. Beispiele hierfür sind Cartiers Wiederbelebung der Panthère, Hermès’ Weiterentwicklung der Cape Cod und Bulgari’s kontinuierliche Entwicklung der Serpenti-Reihe, einschließlich des mechanischen Serpenti Seduttori Tourbillon – des derzeit kleinsten in Produktion befindlichen Tourbillonwerks.

Ein verlegerischer Meilenstein

The Wonderful World of Women’s Watches ist nicht nur ein Uhrenbuch, sondern ein Archivprojekt und eine kulturelle Aussage. Dass es von teNeues, einem Verlag, der für Kooperationen mit Marken wie Porsche, Leica und Montblanc bekannt ist, veröffentlicht wird, unterstreicht seine Position im ernsthaften Kanon des Design-Publishings.

Mit internationaler Verbreitung ist das Buch prädestiniert, eine Referenz für Sammler, Historiker, Designer und alle zu werden, die sich für die vielfältige Rolle der Zeitmessung im Leben von Frauen interessieren – von Königinnen bis zu Revolutionärinnen und von Handwerkerinnen bis zu Sammlerinnen.

Ab sofort bei ausgewählten Buchhändlern und über teNeues.com (UVP 110 $) oder Amazon (£55) erhältlich, ist es eine dringend benötigte Ergänzung für jede vollständige uhrmacherische Bibliothek.


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