Audemars Piguet kauft „Grosse Pièce“ für 7,7 Millionen US-Dollar bei Sotheby’s New York
Audemars Piguet hat seine komplexeste Vintage-Taschenuhr, die „Grosse Pièce“, für insgesamt 7,7 Millionen US-Dollar zurückerworben. Dieser rekordverdächtige Kauf erfolgte bei der Sotheby’s Important Watches Auktion in New York, wo die Manufaktur Konkurrenten erfolgreich überbot, um den Zeitmesser in ihre Archive in Le Brassus zurückzubringen. Der Verkaufspreis übertraf die Schätzung von 1 Million US-Dollar vor der Auktion bei Weitem und stellte einen neuen Auktionsrekord für einen Audemars Piguet Zeitmesser auf.
Eine historische Akquisition
Die Transaktion fand während des Verkaufs der Olmsted Complications Collection statt. Der Endpreis von 7.736.000 US-Dollar beinhaltet das Käuferaufgeld, eine Zahl, die den immensen historischen Wert der Uhr widerspiegelt. Dieser Kauf fällt mit dem 150-jährigen Jubiläum der Marke zusammen und unterstreicht die strategische Bemühung, wichtige Artefakte ihres Erbes zurückzugewinnen. Die Uhr wurde von einem Vertreter der Marke nach einem kompetitiven Bieterverfahren gesichert, wodurch ihre Rückkehr an den Ort ihrer Entstehung gewährleistet ist.
Unübertroffene mechanische Komplexität
Die „Grosse Pièce“ ist ein technisches Meisterwerk, gefasst in 18 Karat Gelbgold. Ursprünglich 1914 in Auftrag gegeben und 1921 ausgeliefert, verfügt sie über 19 Komplikationen, was sie zusammen mit der „Universelle“ von 1899 zur kompliziertesten Taschenuhr macht, die je von der Maison gefertigt wurde. Zu ihren mechanischen Funktionen gehören Minutenrepetition, Grande und Petite Sonnerie, Chronograph, ewiger Kalender, Mondphasen und eine Gleichung der Zeit. Einzigartig ist, dass sie auch ein Tourbillon beherbergt, das einzige in einer Audemars Piguet Taschenuhr aus dieser Epoche.
Astronomische Merkmale und Geschichte
Neben der Standardzeitmessung dient die Uhr als astronomisches Instrument. Sie zeigt eine Himmelskarte des Nachthimmels über London, die 315 Sterne und Sternbilder sowie die Sternzeit abbildet. Dieses Maß an astronomischer Detailgenauigkeit war bahnbrechend für ihre Zeit und bleibt ein seltenes Merkmal in der Uhrmachergeschichte.
Die Uhr wurde ursprünglich unter Verwendung des établissage-Systems des Vallée de Joux hergestellt, bei dem spezialisierte Handwerker einzelne Komponenten für die Montage produzierten. Nach ihrer Auslieferung im Jahr 1921 blieb das Stück weitgehend in privaten Sammlungen verborgen und wurde nur durch Archivaufzeichnungen dokumentiert, bis es in den 1990er Jahren wieder auftauchte. Ihre Rückkehr markiert einen bedeutenden Moment für die Uhrmacherforschung und ermöglicht eine direkte Untersuchung ihrer komplizierten Mechanik.
Pläne für die öffentliche Ausstellung
Die „Grosse Pièce“ wird nicht in einem Tresor verborgen bleiben. Audemars Piguet plant, die Uhr im Rahmen einer mehrjährigen Welttournee in ausgewählten AP Houses und bei Sonderveranstaltungen zu präsentieren. Im Anschluss an diese Tour wird sie dauerhaft im Musée Atelier Audemars Piguet in Le Brassus ausgestellt. Dort wird sie neben der „Universelle“ als zentrale Säule der Heritage Collection der Marke stehen und der Öffentlichkeit sowie Wissenschaftlern zugänglich sein.
Die Auktionsliste finden Sie hier: https://www.sothebys.com/en/buy/auction/2025/important-watches-2/grosse-piece-no-16869-an-extraordinary
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