Schweizer Uhrenexporte im Juli 2025
Die Exporte von Schweizer Uhren erreichten im Juli fast 2,4 Milliarden Schweizer Franken, was einem Anstieg von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, so die vom Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie veröffentlichten Daten. Die starken Zahlen waren hauptsächlich auf beschleunigte Lieferungen in die Vereinigten Staaten zurückzuführen, in Erwartung neuer Importzölle von 39 Prozent. Ohne diese außergewöhnliche Aktivität wären die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozent zurückgegangen.

Exportentwicklung nach Materialien
Uhren aus Edelmetall stiegen im Wert um 5,3 Prozent, Stahlmodelle um 9,1 Prozent und Bimetalluhren (zweifarbig) um 16,9 Prozent. Die Gesamtzahl der exportierten Einheiten stieg bescheiden um 0,3 Prozent, was 1,4 Millionen weltweit gelieferten Zeitmessern entspricht.
Das Mengenwachstum war bei Stahluhren am ausgeprägtesten, mit einem Anstieg von 12 Prozent, und bei Bimetallmodellen, die um 24,6 Prozent zulegten. Edelmetalluhren blieben stabil, während andere Metalle nur einen geringfügigen Anstieg von 1,6 Prozent verzeichneten. Im Gegensatz dazu erlitten Uhren, die unter „andere Materialien“ klassifiziert sind, einen starken Rückgang der gelieferten Einheiten um 23,1 Prozent.
Exportentwicklung nach Preissegmenten
Die Mittel- und Luxussegmente trieben das Gesamtwertwachstum an. Zeitmesser mit einem Preis zwischen 200 und 500 Schweizer Franken stiegen um 7,3 Prozent, während Uhren über 3.000 Schweizer Franken um 9,4 Prozent zulegten. Das Segment unter 200 Schweizer Franken entwickelte sich weiterhin unterdurchschnittlich, mit einem Wertverlust von 1,9 Prozent und einem Mengenrückgang von 3,6 Prozent. Dieser Trend bestätigt den allmählichen Rückgang der preisgünstigeren Schweizer Uhren, die einer starken Konkurrenz durch asiatische Hersteller und vernetzte Geräte ausgesetzt sind.
Regionaler Marktüberblick
Die Vereinigten Staaten waren das herausragende Zielland, mit einem Exportplus von 45 Prozent. Dieser starke Anstieg war das Ergebnis von Marken und Distributoren, die vor Inkrafttreten der Zölle Lagerbestände aufbauten, und spiegelte keine echte Nachfragedynamik wider.
Asien zeigte sich weiterhin gemischt. Japan sank um 10,1 Prozent und Festlandchina um 6,5 Prozent, was eine Phase verhaltener Nachfrage aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheit und vorsichtiger Konsumstimmung verlängerte. Hongkong kehrte mit einem Anstieg von 4,6 Prozent zum Wachstum zurück, während Singapur mit 14,8 Prozent stark abschnitt.
Die europäischen Märkte waren stabil. Das Vereinigte Königreich verzeichnete einen leichten Anstieg von 0,2 Prozent, was eine stabile, aber unspektakuläre Nachfrage illustriert. Andere europäische Märkte folgten einem ähnlichen Muster der Widerstandsfähigkeit ohne signifikante Expansion.
Breiterer Kontext 2025
Die Julizahlen fügen sich in ein breiteres Bild der Volatilität im Jahr 2025 ein. Seit Jahresbeginn haben die Schweizer Uhrenexporte abwechselnd Monate des Wachstums und des Rückgangs erlebt. Die starke Performance in den Vereinigten Staaten hat die Schwäche in Asien, insbesondere China, dem zweitgrößten Markt für Schweizer Uhren, ausgeglichen. Die bevorstehenden Zölle fügen eine zusätzliche Schicht der Unsicherheit hinzu und erhöhen die Aussicht auf eine vorübergehende Verlangsamung, sobald die vor den Zöllen angelegten Lagerbestände in den USA abgebaut sind.
Langfristige strukturelle Trends bleiben klar. Die Premium- und Luxussegmente expandieren weiterhin, angetrieben vom Konsumentenwunsch nach hochwertigen mechanischen Uhren, während der Einstiegssektor angesichts des globalen Wettbewerbs Schwierigkeiten hat, relevant zu bleiben. Schweizer Uhrmacher konzentrieren sich zunehmend darauf, ihre Positionen in den oberen Preissegmenten zu stärken, wo Wachstum und Rentabilität am stärksten bleiben.
Fazit
Die Schweizer Uhrenexporte erreichten im Juli 2025 fast 2,4 Milliarden Schweizer Franken, doch das Hauptwachstum wurde hauptsächlich durch Vorablieferungen in die Vereinigten Staaten vor den Zol erhöhen angetrieben. Stahl- und Bimetalluhren verzeichneten die stärksten Zuwächse, während die Nachfrage nach Einstiegsmodellen weiter zurückging. Angesichts des Drucks in Asien und der Stabilität in Europa sieht sich die Branche in den kommenden Monaten einer Korrektur gegenüber, sobald sich die Auswirkungen der zollbedingten Lagerhaltung legen. Die Daten unterstreichen sowohl die Widerstandsfähigkeit des High-End-Sektors als auch die anhaltenden Herausforderungen, denen die Schweizer Uhrmacherei in den unteren Preissegmenten gegenübersteht.
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