Schweizer Uhrenexporte sinken im Juni 2025
Nach Angaben des Verbandes der Schweizer Uhrenindustrie sanken die Schweizer Uhrenexporte im Juni 2025, da sich die Nachfrage in mehreren Schlüsselmärkten verlangsamte. Der Gesamtexportwert erreichte 2,2 Milliarden CHF, was einem Rückgang von 5,6 % gegenüber Juni 2024 entspricht. Von Januar bis Juni 2025 beliefen sich die Exporte auf rund 13 Milliarden CHF, fast unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum (-0,1 %). Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, könnte die Branche den ersten jährlichen Rückgang seit 2020 verzeichnen.
Diese Verlangsamung folgt auf eine Phase starker Erholung in den Jahren 2021–2023, angetrieben durch die aufgestaute Nachfrage nach der Pandemie und einen robusten Luxuskonsum in Asien und Nordamerika. Die jüngsten Zahlen deuten auf einen vorsichtigeren globalen Markt hin, wobei bestimmte Regionen von schwächerem Verbrauchervertrauen, Wechselkursschwankungen und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten betroffen sind.

Exportaufschlüsselung nach Material
Uhren aus Edelmetallen und Stahl machten weiterhin den Großteil des Exportwerts aus und repräsentierten zusammen etwa 75 % der Gesamtlieferungen.
-
Edelmetalle: -5 % im Wert, -9,8 % in Einheiten, was eine schwächere Nachfrage nach hochwertigen Stücken in Asien und den USA widerspiegelt.
-
Stahl: -3,6 % im Wert, aber ein bescheidener Anstieg von +2,4 % in Einheiten, was auf eine stärkere Nachfrage nach Modellen im mittleren Preissegment hindeutet.
-
Andere Metalle: -16,8 % in Einheiten.
-
Andere Materialien: -29,8 % in Einheiten, der stärkste Rückgang unter allen Kategorien.
Insgesamt wurden 123.000 Einheiten weniger verschifft als im Juni 2024. Der starke Rückgang bei „anderen Materialien“ ist teilweise auf eine geringere Nachfrage nach günstigeren Modeuhren zurückzuführen, ein Trend, der sich seit mehreren Quartalen fortsetzt.
Performance nach Preissegment
Fast alle Preissegmente verzeichneten im Juni Rückgänge, wobei der Gesamtdurchschnitt bei -9,7 % lag. Die einzige Ausnahme bildete die Spanne von 500 CHF bis 3.000 CHF, die um 16 % zulegte. Dieses Wachstum deutet auf eine robuste Nachfrage im oberen mittleren Preissegment hin, das sowohl von etablierten Marken als auch von aufstrebenden unabhängigen Uhrmachern, die Volumengeschäfte anstreben, ohne direkt mit der Ultra-Luxuskategorie zu konkurrieren, oft ins Visier genommen wird.
Wichtige Markterkenntnisse
Die Marktentwicklung im Juni 2025 zeigte starke Kontraste zwischen den Regionen:
-
Vereinigte Staaten: -17,6 %, blieb der größte Einzelfaktor für die Gesamtergebnisse, trotz einer leichten Verbesserung gegenüber dem stärkeren Rückgang im Mai.
-
Japan: -11 %, setzte einen Abwärtstrend fort, der durch Währungsschwäche und veränderte inländische Ausgabegewohnheiten beeinflusst wurde.
-
Hongkong: -10,6 %, immer noch betroffen von geringeren Touristenausgaben im Vergleich zu den Niveaus vor 2019.
-
Vereinigtes Königreich: -0,1 %, zeigte nahezu Stabilität und profitierte von einem stetigen inländischen Luxuskonsum.
-
China: +6,1 %, unterstützt durch den hohen Basiseffekt früherer Perioden, obwohl die Volumina aufgrund des Abschwungs im Immobiliensektor und selektiverer Ausgaben im High-End-Bereich immer noch etwa 30 % niedriger sind als vor zwei Jahren.
Strategischer Kontext für die Branche
Der Schweizer Uhrensektor bewegt sich derzeit in einem komplexeren Umfeld, das durch ein sich verlangsamendes globales Luxuswachstum, einen zunehmenden Wettbewerb sowohl im High-End- als auch im zugänglichen Luxussegment und den wachsenden Einfluss von zertifizierten Gebrauchtuhren gekennzeichnet ist. Während das Hochpreissegment weiterhin den Exportwert stützt, erweisen sich Modelle im mittleren Preissegment als widerstandsfähiger, was darauf hindeutet, dass diversifizierte Portfolios und gezieltes Marketing für die Aufrechterhaltung der Performance in der zweiten Jahreshälfte unerlässlich sein werden.
Hinterlassen Sie einen Kommentar