Omega und Cartier passen nach den jüngsten Einfuhrzöllen ihre Preisstrategien in den USA an
Nach der Einführung von Importzöllen durch die US-Regierung Anfang August haben die Schweizer Uhrenhersteller in den letzten Wochen ihre amerikanischen Preisstrukturen neu bewertet. Zu den ersten, die reagierten, gehörten die Swatch Group, die Muttergesellschaft von Omega, und Richemont, Eigentümer von Cartier. Beide versuchten, einen Teil der Zollauswirkungen abzufangen, ohne die Einzelhandelspreise stark zu beeinflussen.

Der kontrollierte Ansatz der Swatch Group
Nach den aktualisierten Preisen, die den Einzelhändlern Anfang des Monats mitgeteilt wurden, hat die Swatch Group ihre US-Preiserhöhungen auf 6 bis 10 Prozent begrenzt, obwohl die Einfuhrzölle stark gestiegen sind. Autorisierte Händler wurden gebeten, bei High-End-Modellen geringere Margen zu akzeptieren, um die Preise für die Verbraucher in einem überschaubaren Rahmen zu halten.
Bis zum Frühjahr dieses Jahres lagen die Einfuhrzölle auf Schweizer Uhren in den USA bei etwa 2–3 Prozent. Dieser Satz stieg im April auf 10 Prozent, bevor er Anfang August im Rahmen der jüngsten Handelsmaßnahmen der Regierung von Präsident Donald Trump erneut auf 39 Prozent sprang.
Selbst mit diesen internen Anpassungen sind die Endkundenpreise gestiegen. Zum Beispiel:
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Omega Speedmaster Moonwatch Professional 42 mm (Stahl) stieg von 8.400 USD auf 9.000 USD (+7,1 %).
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Die Speedmaster Moonshine Gold Version stieg von 19.100 USD auf 20.400 USD (+6,8 %).
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Die Speedmaster 50th Anniversary „Snoopy“ Edition wird ab dem 1. Oktober für 11.900 USD im Handel erhältlich sein (+6,3 %).
Sollte bis Ende des Jahres kein überarbeitetes Handelsabkommen zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten zustande kommen, könnten die Importkosten für Uhren je nach Herkunft der Komponenten und Materialien um bis zu 41 Prozent steigen.
Cartiers und Richemonts anstehende Änderungen
Cartier und dessen Muttergesellschaft Richemont Group bereiten Berichten zufolge ebenfalls moderate Preisanpassungen in den Vereinigten Staaten vor. Handelspartner wurden Anfang September darüber informiert, dass neue Preislisten gegen Ende des Monats in Kraft treten würden. Obwohl keine detaillierten Zahlen veröffentlicht wurden, wird erwartet, dass die Änderungen je nach Kollektion und Metallart variieren.
Dieser Schritt folgt ähnlichen Maßnahmen in der gesamten Branche, da die Hersteller versuchen, den Zolldruck, Wechselkursschwankungen und steigende Goldpreise auszugleichen, ohne das Markenimage zu untergraben.
Breitere Markteffekte
Das US-Luxus-Einzelhandelsumfeld hat sich bis Mitte 2025 abgeschwächt, was diese zollbedingten Anpassungen besonders heikel macht. Patek Philippe erhöhte seine Einzelhandelspreise Anfang dieses Monats um etwa 15 Prozent, während Rolex und Audemars Piguet ihre US-Preise bisher unverändert gelassen haben und die Reaktionen der Wettbewerber beobachten, bevor sie handeln.
Branchenbeobachter stellen fest, dass die jüngsten Entwicklungen einen tieferen strukturellen Wandel aufzeigen. Mit schwankenden Wechselkursen und neuen Handelsschranken, die die Kostendynamik neu gestalten, verlassen sich große Schweizer Marken zunehmend auf regionale Margenflexibilität und den Direktvertrieb an Verbraucher, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Ausblick
Sollte das Zollregime bis zum vierten Quartal bestehen bleiben, könnten Uhrenhersteller gezwungen sein, Lieferketten- und Logistikvereinbarungen zu überdenken, um das Risiko zu begrenzen. Vorerst zeigen Omegas gemäßigte Reaktion und Cartiers anstehende Anpassungen, wie führende Häuser ihre Preisstrategien anpassen, um langfristige Stabilität in einem turbulenten Handelsumfeld zu gewährleisten.
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