Corum meldet sich mit einer erneuerten Admiral Kollektion zurück
Der Schweizer Uhrenhersteller Corum hat einen bedeutenden Schritt in seiner Wiederbelebung bekannt gegeben und eine überarbeitete Admiral-Kollektion sowie eine umfassendere Strategie zur Neupositionierung der Marke in der zeitgenössischen Uhrmacherkunst vorgestellt.
Diese Entwicklung folgt auf einen Eigentümerwechsel im Frühjahr 2025, als Corum nach mehreren Jahren unter der Leitung der Citychamp Watch & Jewellery Group wieder unter Schweizer Kontrolle geriet. Der Übergang markiert einen Wendepunkt für die Marke, die seit langem für ihre unkonventionellen Designs und ihre technische Kreativität bekannt ist.

Quelle: monochrome-watches.com
Neue Führung und Ausrichtung
Im Mittelpunkt dieses neuen Kapitels steht Chief Executive Officer Hasso Mehmedovic, ein ausgebildeter Uhrmacher mit früherer Erfahrung als International Sales Director der Marke. Seine Ernennung spiegelt eine erneute Konzentration auf Produktentwicklung und uhrmacherische Substanz wider, mit besonderem Schwerpunkt auf Designklarheit und mechanischer Relevanz.
Das Führungsteam hat ein klares Ziel definiert: die Straffung der Kollektion, die Stärkung der Identität und die Wiederherstellung von Corums Ruf für unverwechselbare Uhrmacherkunst.
Die neu interpretierte Admiral Kollektion
Die im Hauptsitz der Marke in La Chaux-de-Fonds präsentierte, aktualisierte Admiral-Linie bildet die Grundlage von Corums Relaunch. Die Kollektion wird aus 11 Modellen bestehen, darunter sechs Versionen in 39 mm Gehäusen und fünf in 36 mm, was eine Tendenz zu vielseitigeren Proportionen widerspiegelt.
Ein wesentlicher Teil der Strategie ist eine erhebliche Reduzierung der Referenzen, wobei der Katalog von etwa 250 auf nur noch 21 schrumpfen soll. Die Preise für die neuen Modelle liegen zwischen 10.000 CHF und 33.000 CHF, womit die Kollektion fest im wettbewerbsintensiven Luxussegment positioniert ist.
Das Design schöpft klare Inspiration aus der ursprünglichen Admiral von 1983, führt aber gleichzeitig eine zeitgemässere Ausführung ein. An der Entwicklung der neuen Ästhetik war Emmanuel Gueit beteiligt, der vor allem für seine Arbeit an der Royal Oak Offshore bekannt ist, was dem Projekt eine bemerkenswerte Design-Expertise verleiht. Die Uhren verfügen über ein integriertes Armband, ein neu gestaltetes Zifferblatt und ein neues Automatikwerk, das in Zusammenarbeit mit der Concepto Watch Factory entwickelt wurde.
Das Kaliber arbeitet mit einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Gangreserve von ca. 72 Stunden. Es wurde zudem als modulare Basis konzipiert, die in zukünftigen Iterationen die Integration zusätzlicher Komplikationen ermöglicht.
Produktionsstrategie und zukünftige Veröffentlichungen
Corum plant, mit einer Jahresproduktion von rund 1.500 Uhren zu beginnen, wobei die Produktion voraussichtlich schrittweise steigen wird, wenn die Kollektion erweitert wird. Neben der Admiral-Linie hat die Marke die bevorstehende Veröffentlichung von sechs Golden Bridge-Modellen in Saphirgehäusen sowie limitierte Münzuhren und neue Golden Book-Stücke bestätigt.
Diese Veröffentlichungen spiegeln den Versuch wider, Tradition und Innovation in Einklang zu bringen, indem einige der bekanntesten Corum-Konzepte neu aufgegriffen und an ein modernes Publikum angepasst werden.
Ein stärker fokussiertes Vertriebsnetz
Eine weitere bemerkenswerte Veränderung ist die Umstrukturierung der Einzelhandelspräsenz der Marke. Das Vertriebsnetz wird von rund 300 Verkaufsstellen auf etwa 70 reduziert, was eine bessere Kontrolle über die Markenpositionierung und das Kundenerlebnis ermöglicht.
Das Unternehmen arbeitet derzeit mit einem schlanken Team von etwa 15 Mitarbeitern, was einen massvollen und fokussierten Ansatz für seinen Relaunch andeutet.
Ausblick
Corums Ambitionen gehen über eine einfache Produktaktualisierung hinaus. Das langfristige Ziel ist es, die kreative Dynamik wiederherzustellen, die die Marke in den 1990er Jahren prägte, einer Zeit, in der sie für kühne, unkonventionelle Designs, die sich von der traditionellen Schweizer Uhrmacherkunst abhoben, Anerkennung fand.
Mit einer verfeinerten Kollektion, einer klareren strategischen Ausrichtung und einer erneuten Schweizer Eigentümerschaft scheint Corum die Grundlagen für eine wohlüberlegte Rückkehr an die Spitze der Branche zu legen.
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