Watches & Wonders 2025: Rekordzahlen und neue Energie im Herzen der Haute Horlogerie
Die Ausgabe 2025 der Watches & Wonders Geneva endete mit einem Rekorderfolg und unterstrich ihre Position als einflussreichstes Event der zeitgenössischen Uhrmacherkunst. Mit einer deutlich gestiegenen Besucherzahl, großem Engagement von Fachleuten und der Öffentlichkeit sowie einer breiteren kulturellen Präsenz hob der diesjährige Salon die Vitalität und sich entwickelnde Identität der Branche hervor.
Mehr als 55.000 Besucher – Tendenz steigend
Die Messe begrüßte über 55.000 Besucher, eine Steigerung um 12 % im Vergleich zu 2024, darunter 6.000 Fachhändler, 1.600 Journalisten und 23.000 Besucher während der öffentlichen Open Days (5.–7. April), die ein Wachstum von 21 % gegenüber dem Vorjahr verzeichneten.
Ursprünglich als Branchen-Treffen konzipiert, hat sich Watches & Wonders zu einem öffentlichen Kulturereignis entwickelt. Unter der Leitung der Watches and Wonders Geneva Foundation (WWGF) und mit Unterstützung der Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) hat die Messe schrittweise eine breitere Mission angenommen und fördert nicht nur die kommerzielle Seite der Uhrmacherkunst, sondern auch ihre pädagogischen und künstlerischen Dimensionen.
„In the City“: Uhrmacherkunst jenseits des Palexpo
Als Ergänzung zu den Haupthallen erwies sich das Programm „In the City“ erneut als entscheidend, um die Präsenz der Messe in ganz Genf zu erweitern. Installationen, Markenschauen und Demonstrationen wurden in Boutiquen, Galerien und auf öffentlichen Plätzen inszeniert und boten immersive Erlebnisse für Einwohner und Besucher gleichermaßen.
Führende Maison wie Cartier, Patek Philippe, Vacheron Constantin, IWC, Jaeger-LeCoultre und TAG Heuer öffneten ihre Türen für kuratierte Ausstellungen und interaktive Veranstaltungen. Diese In-situ-Präsentationen ermöglichten einen genaueren Einblick in handwerkliche Techniken, Métiers d’Art und neue Kollektionen in intimeren Umgebungen.
Eine Plattform für Ausdruck und Branchendialog
Die Messe bekräftigte ihre Rolle nicht nur als wichtiges Handelsereignis, sondern auch als kreative Plattform. Laut WWGF ermöglicht das Format den teilnehmenden Maison weiterhin, ihre eigene ästhetische und technische Identität zu artikulieren und sich über Design, Storytelling und Innovation mit Sammlern, Kunden und einem breiteren Publikum zu verbinden.
Die diesjährigen Trends spiegelten diese Vielfalt wider. Kleinere Gehäusegrößen gewannen an Bedeutung und ermöglichten es den Marken, neue Materialtexturen, Farben und Proportionen zu erkunden. Die Skeletonisierung blieb ein zentrales Thema, wobei sich durchbrochene Designs von traditionellen Prunkstücken zu raffinierteren, zeitgenössischen Interpretationen entwickelten. Schmuckuhren, insbesondere in Damensammlungen, zeigten, wie mechanische Uhrmacherkunst und Haute Joaillerie weiterhin zusammenwachsen.
Mehrere Maison nutzten die Gelegenheit auch, um Nachhaltigkeitsinitiativen, Eigenentwicklungen und interdisziplinäre Kooperationen vorzustellen, was die Rolle der Messe als Schaufenster für zukunftsweisende Horlogerie weiter unterstreicht.
Internationale Anziehungskraft und digitale Dynamik
Hochkarätige Gäste aus der Welt des Sports und der Kultur, darunter Usain Bolt, Roger Federer, Carl Lewis und Hans Zimmer, trugen zur Sichtbarkeit der Veranstaltung bei. Ihre Präsenz unterstrich die wachsende kulturelle Relevanz der modernen Uhrmacherkunst.
Das Online-Engagement wuchs weiter, wobei der Hashtag #watchesandwonders2025 schätzungsweise 700 Millionen Nutzer erreichte – ein Anstieg von 17 % gegenüber 2024 –, angetrieben durch interaktive Inhalte von Marken, Influencern und Medien.
Die nächste Generation ausbilden
Eine Kernaufgabe der WWGF und FHH ist die Unterstützung der Berufsausbildung und der Zukunft der Schweizer Uhrmacherkunst. In diesem Jahr nahmen mehr als 10.000 Studenten und junge Erwachsene an Veranstaltungen teil, die sich auf die Uhrmacherausbildung und Karrierewege konzentrierten und in Zusammenarbeit mit SwissSkills 2025 stattfanden. Die Teilnehmer wurden in Schlüsselberufe eingeführt – darunter Uhrwerksmontage, Gehäusepolieren und CAD-Design – was die Relevanz und Zugänglichkeit von Karrieren in der Uhrmacherkunst stärkt.
Eine Messe im Wandel
Von ihren Wurzeln als SIHH bis zu ihrer heutigen Iteration als Watches & Wonders Geneva hat sich die Messe zu etwas viel Größerem als einem kommerziellen Schaufenster entwickelt. Die Ausgabe 2025 bestätigte ihre Rolle als dynamischer Schnittpunkt von Handwerkskunst, Innovation, Bildung und kultureller Relevanz.
Während die Branche sich auf Herausforderungen und Chancen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und demografische Verschiebungen vorbereitet, sticht Watches & Wonders als Modell hervor, wie traditioneller Luxus progressiv, integrativ und global ansprechend bleiben kann.
Hinterlassen Sie einen Kommentar