Schweizer Uhrenexporte sinken im Mai 2025 trotz stabilem Jahresauftakt
Nach einem starken Anstieg im April, der durch kurzfristige Käufe im Vorfeld erwarteter US-Zollanpassungen getrieben wurde, verzeichneten die Schweizer Uhrenexporte im Mai einen deutlichen Rückgang. Die von der Föderation der Schweizer Uhrenindustrie veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Gesamtexporte im Vergleich zum Mai 2024 um 9,5 Prozent auf 2,1 Milliarden CHF sanken. Dies war das schwächste Monatsresultat im Jahr 2025.
Starke Korrektur auf dem US-Markt und breitere globale Abschwächung
Der Rückgang wurde von den Vereinigten Staaten angeführt, die im April einen deutlichen Anstieg erlebt hatten. Im Mai sanken die Exporte in die USA um 25,3 Prozent, eine vorhersehbare Korrektur nach der Vorverlegung von Lieferungen im Vorgriff auf neue Handelsmaßnahmen.
Auch andere Schlüsselmärkte meldeten Rückgänge. Die Exporte nach China sanken um 17,4 Prozent und setzten damit einen Abwärtstrend fort, der Ende 2023 begann, beeinflusst durch geringeres Konsumentenvertrauen und gedämpfte Binnennachfrage. Hongkong verzeichnete einen Rückgang von 12,6 Prozent, während Großbritannien und Japan Rückgänge von 14,5 bzw. 10,5 Prozent registrierten.
Unter den zwölf wichtigsten Exportmärkten erzielten nur die Vereinigten Arabischen Emirate im Mai Wachstum, begünstigt durch erhöhten regionalen Tourismus und die anhaltende Expansion des High-End-Einzelhandels, insbesondere in Dubai.
Produktkategorien zeigen breite Schwäche
Nach Kategorien war der Rückgang in nahezu allen Produktsegmenten erkennbar. Uhren mit Edelmetallgehäuse sanken um 9,0 Prozent, und solche aus Edelstahl gingen um 9,3 Prozent zurück. Bimetallische Modelle schnitten schlechter ab und rutschten um 12,6 Prozent ab, während Zeitmesser in der Kategorie „andere Metalle“ um 13,6 Prozent fielen.
Den stärksten Rückgang verzeichneten Uhren aus anderen Materialien – hauptsächlich Keramik und Synthetik – die mengenmäßig um 38,4 Prozent fielen, was ein geringeres Interesse an preisgünstigeren oder modeorientierten Segmenten widerspiegelt.
Die Gesamtzahl der exportierten Einheiten sank im Mai um 180.000 Stück im Vergleich zum selben Monat des Jahres 2024. Der Volumenrückgang spiegelt einen breiteren Trend der Kontraktion in den niedrigpreisigeren Kategorien und eine verstärkte Konzentration der Verbraucher auf selektive, hochwertige Käufe wider.
Uhren im mittleren Preissegment bieten relative Stabilität
Das einzige Segment, das eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Rückgang zeigte, waren Uhren im Preisbereich zwischen 500 und 3.000 CHF. Diese Kategorie verzeichnete einen leichten Anstieg des Exportwerts um 0,2 Prozent, obwohl die Volumina um 4,3 Prozent zurückgingen. Diese Zahlen deuten auf eine anhaltende Nachfrage im oberen mittleren Preissegment hin, wo Kunden weiterhin Wert und Markenprestige suchen.
Uhren unter 200 CHF verzeichneten deutliche Rückgänge sowohl im Volumen als auch im Wert, was den anhaltenden Druck auf Schweizer Einstiegsprodukte durch Smartwatches und Modemarken unterstreicht. Im Gegensatz dazu sanken Uhren über 3.000 CHF im Volumen um mehr als 8 Prozent, was darauf hindeutet, dass selbst das High-End-Segment einer zunehmenden Prüfung durch Käufer ausgesetzt ist.
Jahresdaten verschleiern wachsende Unsicherheit
Trotz des Rückgangs im Mai beliefen sich die kumulierten Exporte für die ersten fünf Monate des Jahres 2025 auf insgesamt 10,8 Milliarden CHF, was einem Anstieg von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses moderate Wachstum wurde durch starke Ergebnisse im Februar und April getragen, obwohl der zugrunde liegende Trend fragil bleibt.
Das aktuelle Umfeld spiegelt eine Mischung aus makroökonomischer Vorsicht, Normalisierung nach dem Aufschwung nach der Pandemie und sich ändernden Konsumentenpräferenzen wider. Inflationsdruck in Schlüsselmärkten, Währungsvolatilität und geopolitische Spannungen haben allesamt zur Zurückhaltung bei Einzelhändlern und Endkunden beigetragen.
Während bestimmte Märkte, wie der Nahe Osten und Indien, langfristiges Wachstumspotenzial bieten, scheinen traditionelle Hochburgen wie China, Hongkong und Teile Europas in eine vorsichtigere Phase einzutreten. Marken reagieren darauf, indem sie Lagerbestände anpassen, Lieferungen verlangsamen und Produktportfolios auf widerstandsfähigere Segmente ausrichten.
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