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Richemont Gerüchten zufolge vor Verkauf von Jaeger-LeCoultre Jérôme Lambert führt 1 Mrd. CHF Übernahme an

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Jüngste Berichte deuten auf eine signifikante Veränderung in der langfristigen Strategie von Richemont hin, wobei die Gruppe angeblich den Verkauf von Jaeger-LeCoultre (JLC) in Betracht zieht.

Das vorgeschlagene Geschäft beinhaltet einen Management-Buyout, angeführt von Jérôme Lambert, dem derzeitigen Chief Operating Officer von Richemont und CEO von JLC. Laut Brancheninsidern und Berichten von Miss Tweed führt Lambert ein Konsortium an, um den "Uhrmacher der Uhrmacher" für eine Summe von über 1 Milliarde CHF zu erwerben.

Sollte dies finalisiert werden, wäre dies die zweite große Veräußerung für Richemonts Uhrensparte innerhalb eines einzigen Kalenderjahres; es folgt auf den Verkauf von Baume & Mercier an die italienische Firma Damiani im Januar.

Die finanzielle Diskrepanz: Schmuck vs. Horologie

Die Motivation für diesen potenziellen Verkauf liegt in der sich vergrößernden Leistungslücke zwischen Richemonts Schmuck-Maisons und seinen Spezialuhrmachern. Während Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels weiterhin den Luxussektor mit hohen Margen dominieren, kämpfen die spezialisierten Uhrmacher-Marken darum, ihre Profitabilität zu erhalten.

Für das Geschäftsjahr, das im März 2025 endet, verzeichnete die Sparte der Spezialuhrmacher, zu der JLC, IWC und Vacheron Constantin gehören, einen Einbruch des Betriebsgewinns um 69 %, was zu einer mageren Betriebsmarge von 5,3 % führte. Im Gegensatz dazu meldeten die Schmuck-Maisons eine Betriebsmarge von 31,9 %. Aus einer kalten, institutionellen Perspektive betrachtet Richemont seine reinen Uhrenmarken zunehmend als Belastung für die Gesamtbewertung der Gruppe; folglich könnte der Verkauf dieser Vermögenswerte an ein privates Management der einzige Weg sein, den Aktienkurs der Gruppe vor der Volatilität des Uhrenmarktes zu schützen.

Umstrukturierung der Geschäftsführung und das "Exil" von Jérôme Lambert

Die interne Politik bei Richemont deutet darauf hin, dass dieser Buyout schon seit einiger Zeit in der Entwicklung ist. Im Juni 2024 wurde Nicolas Bos, der ehemalige CEO von Van Cleef & Arpels, zum Group CEO von Richemont ernannt. Dieser Schritt signalisierte eine definitive Verschiebung der Hierarchie: Die "Schmuck"-Seite des Geschäfts hatte den internen Kampf um die Dominanz offiziell gewonnen.

Jérôme Lamberts Rückkehr in die Rolle des JLC-CEO Anfang 2025, während er seinen COO-Titel beibehält, scheint weniger ein Doppelmandat zu sein, sondern eher eine taktische Exit-Strategie. Lambert hat eine lange Geschichte bei JLC, war 1996 Finanzcontroller und von 2002 bis 2013 CEO; seine Rückkehr zur Marke scheint der letzte Schritt zu sein, um die Maison auf die Unabhängigkeit vorzubereiten.

Ein pessimistischer Ausblick für die Branche

Während ein Management-Buyout oft als "neues Kapitel" für eine Marke dargestellt wird, ist die Realität für die Branche ernüchternder. Eine Bewertung von 1 Milliarde CHF für eine Marke mit einem geschätzten Umsatz von 524 Millionen CHF deutet auf einen zweifachen Umsatzmultiplikator hin. In der Welt des Luxus ist dies eine konservative, wenn nicht gar defensive Bewertung.

Der Spezialuhrenmarkt erlebt nach den Höhepunkten von 2022 und 2023 eine brutale Korrektur. Während Richemont sein Kapital auf den wachstumsstarken, margenstarken Schmucksektor konzentriert, werden unabhängige Häuser wie eine eigenständige JLC erhebliche Schwierigkeiten haben:

  • Reduzierte Skalierbarkeit: Verlust der zentralisierten Logistik und Distribution der Richemont Group.

  • Marktsättigung: Bewältigung einer abkühlenden globalen Nachfrage nach mechanischen Uhren ohne das Sicherheitsnetz eines Multi-Milliarden-Dollar-Konglomerats.

  • Betriebskosten: Aufrechterhaltung der hohen technischen Standards, für die JLC bekannt ist, während sie mit den derzeit die Division plagenden geringen Margen operiert.

Für den Enthusiasten und den Branchenprofi könnte die Unabhängigkeit von JLC eine Rückkehr zu "reineren" horologischen Wurzeln bedeuten; aus finanzieller Sicht deutet dies jedoch darauf hin, dass Richemont einfach Verluste begrenzt, bevor der Markt weiter abrutscht.

 


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