Juwelenbesetzte Uhr aus dem Besitz von Kaiserin Marie-Louise könnte bei Auktion 60.000 € erzielen
Eine außergewöhnliche Halskettenuhr aus Gold und Emaille, die aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt, wird am 25. Juni um 13:30 Uhr BST bei Sotheby's versteigert. Die Uhr, deren Wert zwischen 40.000 und 60.000 Euro geschätzt wird, wird Marie-Etienne Nitot zugeschrieben, dem Gründer des angesehenen Pariser Juweliers Nitot & Fils, dem offiziellen Lieferanten Napoleons I. Dieses seltene Artefakt soll einst Kaiserin Marie-Louise, Napoleons zweiter Ehefrau, gehört haben, was es zu einem äußerst begehrten Stück für Sammler von edlem Schmuck und napoleonischer Geschichte macht.

Die Halskettenuhr ist ein Meisterwerk der Handwerkskunst und zeigt eine königsblaue Guilloche-Emaille-Oberfläche, die mit Diamanten im Altschliff eingefasst ist. Auf der Vorderseite befindet sich das Monogramm „ML“ in eleganter englischer Schreibschrift unter einer detailreichen Kaiserkrone. Auf der Rückseite verleiht ein mit Diamanten besetzter fünfzackiger Stern der Uhr zusätzliche Opulenz. Ein Silberring und ein beweglicher Bügel, ebenfalls mit Diamanten besetzt, vervollständigen das filigrane Design. Ihre geringe Größe von 3,1 cm Durchmesser und 4,5 cm Gesamthöhe verbirgt den immensen historischen und ästhetischen Wert, den sie in sich trägt.
Ein Geschenk der Kaiserin, über Generationen erhalten
Die Herkunft dieses Stücks ist ebenso reichhaltig wie seine Dekoration. Es wird angenommen, dass es sich um einen persönlichen Gegenstand von Marie-Louise handelte, wahrscheinlich als Gunstbeweis an Jeanne Charlotte de Lucay überreicht, einer Hofdame, die der Kaiserin von 1810 bis 1814 diente. Die Uhr blieb seither in Familienbesitz und wurde schließlich von den Nachfahren de Lucays an den jetzigen Eigentümer verkauft.
Ihre Seltenheit wird durch die Herstellermerkmale verstärkt: die Nummer 5480, die auf den Bügel graviert ist, und die Initialen „M.C.“ auf der Rückseite des Gehäuses. Diese Merkmale, zusammen mit der üppigen Verwendung von Diamanten und der detaillierten Emaillierung, heben diese Uhr von typischen Hofgeschenken der damaligen Zeit ab. Im Gegensatz zu vielen ähnlichen Uhren, die als Geschenke gefertigt wurden, deuten das raffinierte Design und das personalisierte Monogramm dieses Exemplars darauf hin, dass es für die Kaiserin selbst in Auftrag gegeben oder als besonders hochrangiges Geschenk gedacht war.
Ein Sammlertraum mit kaiserlichem Stammbaum
Zeitgenössische Aufzeichnungen, darunter solche, die in der Bibliothèque Thiers aufbewahrt werden, zeigen, dass Marie-Louise eine besondere Vorliebe für die Bestellung eleganter Halskettenuhren hatte. Zwischen 1810 und 1815 bestellte sie zahlreiche emaillierte Zeitmesser bei Top-Handwerkern wie Abraham-Louis Breguet, Jean-André Lepaute, Etienne Mugnier und Nitot. Diese Uhren variierten in ihrer Dekoration, einige waren mit Perlen, andere mit brillanten Diamanten verziert und wurden oft an Hofdamen als Zeichen der Wertschätzung oder Loyalität verschenkt.
Diese Halskettenuhr ist ein Paradebeispiel für diese Tradition. Ihre Kombination aus reichem blauem Email, Diamanten im Rosenschliff und kaiserlichen Motiven macht sie außergewöhnlich. Andere Uhren aus dieser Zeit weisen oft Designelemente wie Bienen, Lorbeerkränze oder zarte Blumenmotive auf. Nur wenige erreichen jedoch die Opulenz und persönliche Note, die in diesem Stück offensichtlich sind. Das fließende Monogramm in englischer Schreibschrift ist besonders bemerkenswert, da die meisten Monogramme der damaligen Zeit Blockbuchstaben waren. Dieses subtile Detail deutet stark darauf hin, dass die Uhr entweder von der Kaiserin selbst getragen oder speziell für einen geliebten Menschen in Auftrag gegeben wurde.
Ein seltenes Stück königlichen Erbes
In Katalogen und Ausstellungen, die napoleonischen Artefakten gewidmet sind, wurde diese Halskettenuhr in Werken renommierter Historiker und Sammler dokumentiert. Sie wurde während der 30. Biennale in Paris ausgestellt und in mehreren wichtigen Publikationen vorgestellt, die sich mit dem materiellen Erbe des französischen Kaiserreichs befassen. Mit ihrer reichen Provenienz, ihrem makellosen Design und ihren historischen Bezügen zu einer der sagenumwobensten königlichen Persönlichkeiten Europas stellt diese Halskettenuhr eine seltene Gelegenheit dar, ein Stück lebendiger Geschichte zu besitzen.
Potenzielle Bieter und Sammler werden ermutigt, sich vorab für die Live-Auktion anzumelden, bei der dieses Symbol kaiserlicher Eleganz zum ersten Mal seit Generationen den Besitzer wechseln wird.
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