Eine zeitlose Glanzleistung: Warum die 1927 von Kanalschwimmerin Mercedes Gleitze getragene Rolex 1,3 Millionen Dollar erzielen könnte
Die historische Rolex Oyster, die Mercedes Gleitze, die erste Britin, die den Ärmelkanal durchschwamm, trug, soll am Sonntag, dem 9. November 2025, bei der Sotheby's Important Watches Live Sale in Genf versteigert werden; Schätzungen zufolge könnte die Uhr für bis zu 1,3 Millionen Dollar (über 1 Million CHF) verkauft werden. Diese Vintage-Uhr ist ein Grundstein in der Geschichte des wettbewerbsorientierten Ausdauersports und der modernen Uhrmacherkunst.

Gleitze absolvierte ihre erfolgreiche Überquerung ursprünglich am 7. Oktober 1927 und bewältigte die Strecke von Frankreich zur englischen Küste in 15 Stunden und 15 Minuten. Ihr Rekord wurde jedoch kurz darauf durch eine falsche Behauptung einer Konkurrentin angefochten; Gleitze erklärte sich umgehend bereit, ihren Titel mit einem zweiten Versuch, bekannt als „Vindication Swim“, am 21. Oktober zu verteidigen. Rolex nutzte dieses öffentliche Ereignis, um seine neu patentierte wasserdichte Oyster zu testen, und bat Gleitze, die Uhr, die sie sich um den Hals band, zu tragen.
Der ultimative Wassertest

Obwohl Gleitze den zweiten Durchgang nach über zehn Stunden aufgrund starker Kälte und schlechter Bedingungen abbrechen musste, funktionierte die Uhr selbst einwandfrei. Ihr ursprünglicher Rekord wurde schließlich von der Channel Swimming Association bestätigt, was ihren Platz als erste Engländerin, die diese Leistung vollbrachte, festigte. Die erfolgreiche Leistung der Uhr während des Schwimmens lieferte Rolex eine sofortige und öffentliche Demonstration ihrer Haltbarkeit. Gleitze bestätigte später, dass die Rolex Oyster sich als „zuverlässiger und präziser Zeitmesser“ erwiesen hatte, da sie 10 Stunden und 24 Minuten in kaltem Meerwasser vollständig eingetaucht war. Sie bemerkte ausdrücklich, dass das anhaltende Ruckeln und der schnelle Temperaturwechsel, als sie aus dem Wasser gezogen wurde, das Uhrwerk nicht beeinträchtigt hatten. Diese öffentliche Bestätigung trug dazu bei, den Ruf der Marke für die Herstellung robuster Funktionsuhren zu festigen.
Eine Revolution in der Uhrmacherei
Die 1926 auf den Markt gebrachte Oyster war eine entscheidende Innovation, die einen Ersatz für die damals üblichen empfindlichen Taschenuhren bot. Die Rolex-Gründer Hans Wilsdorf und Alfred Davis arbeiteten über ein Jahrzehnt daran, eine wirklich wasserdichte, stoßfeste und staubdichte Armbanduhr zu schaffen. Sie meldeten und erwarben zwischen 1922 und 1925 eine Reihe von Patenten sowohl für ein vollständig abgedichtetes Gehäuse als auch für ein verschraubtes Kronensystem. Das von Gleitze getragene spezifische 9-Karat-Gold-Exemplar ist besonders selten; es wird angenommen, dass es Ende 1926 hergestellt wurde, noch vor dem Patent für die Aufzugskrone, das Anfang 1927 erlangt wurde. Die Uhr verfügt über ein 27 mm großes achteckiges Gehäuse mit Drahtanstößen, einer geriffelten Lünette und einer verschraubten Krone. Sie zeichnet sich ferner durch eine einzigartige Gravur auf dem Gehäuseboden aus, die lautet: "Miss M. Gleitze. The Companion 'Oyster.' Vindication Channel Swim. October 21st. 1927.".
Bleibendes Erbe und Bewertung
Die erfolgreiche Nutzung der Oyster während des „Vindication Swim“ bildete schnell die Grundlage für die erste Werbekampagne von Rolex, in der sie Gleitze als „Testimonee“ bezeichneten. Dieser strategische Schritt legte den Grundstein für das Markenbotschaftermodell, das Rolex bis heute anwendet. Das Auktionshaus merkt an, dass das Ereignis von 1927 einen Wendepunkt darstellte und Rolex dauerhaft mit den Bestrebungen von Profis und Abenteurern in Einklang brachte.
Sam Hines, Global Chairman, Watches, bei Sotheby's, bestätigt, dass die Oyster maßgeblich am Übergang von Taschen- zu Armbanduhren beteiligt war, wodurch die Mercedes Gleitze-Uhr „eine der bedeutendsten Armbanduhren ist, die sich noch in Privatbesitz befindet“. Diese Uhr wird aufgrund ihrer Rolle beim Übergang von Taschen- zu Armbanduhren und ihrer klaren Verbindung zur Validierung der Leistung in der realen Welt als äußerst bedeutsam angesehen. Ihre extreme Seltenheit, kombiniert mit einer klaren und ungebrochenen Herkunftskette – dies ist das erste Mal seit 25 Jahren, dass die Uhr versteigert wird – treibt die hohe Bewertung in die Höhe.
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